Schuheinlagen Kinder

Wann sind Schuheinlagen bei Kindern wirklich notwendig?

Manche Eltern meinen es zu gut mit ihren Kindern. Schon bei den kleinsten Wehwehchen werden sie in Watte gepackt und mit allerlei Medizin und anderen Vorsichtsmaßnahmen überhäuft. Das ist nicht immer gut. Auch bei Fußfehlstellungen kann solch eine Fürsorge eher schaden als helfen. Denn nicht in jedem Fall, indem der Fuß von Junior nicht ganz korrekt erscheint, ist beispielsweise eine Schuheinlage das Richtige. Ist dein Kind betroffen? Dann ließ hier, wann es wirklich eine Einlage braucht.

Verschiedene Fußfehlstellungen

Die Mediziner unterscheiden verschiedene Fehlstellungen beim Fuß. Manche von ihnen habe wenig Auswirkungen, andere können sehr schmerzhaft sein. Nicht bei allen helfen Schuheinlagen. Der Experte unterscheidet unter anderem zwischen:

  • Spreizfuß
  • Hohlfuß
  • Plattfuß
  • Knickfuß
  • Senkfuß
  • Hallux Valgus
  • Reiterzehe
  • Fersensporn

Beim Spreizfuß gehen Mittelfußknochen und Vorfuß auseinander, das einen sich absinkenden Fußballen zur Folge hat. Dieser wird dadurch sehr stark belastet, es bildet sich vermehrt Hornhaut und ein Hallux Valgus wird begünstigt. Bei einem Hohlfuß ist das Langgewölbe zu stark entwickelt. Hier werden durch Außenseiten- und Fußballenbelastung Hühneraugen verursacht. Ein Hohlfuß kann auch ein Symptom von Nervenerkrankungen sein. Das Gegenteil ist der Plattfuß, die häufigste Form von Fußfehlstellungen. Hier sind Fußgewölbe und Quergewölbe zu flach, was die Muskulatur und Sehnen sehr stark beansprucht. Bei Kindern ist gerade dieser Fehler Normalität. Hier bilden sich Muskulatur und Fuß erst aus.
Der Knickfuß ist eine Folge des Plattfußes, denn oft knickt die Ferse nach Außen und die Innenseite wird zu stark belastet. Das kann zu Schmerzen im Innenknöchel und seitlich am Bein führen. Der Senkfuß zeichnet sich durch ein abgeflachtes Längsgewölbe aus. In Kombination mit dem Plattfuß kann dies zu der Fehlstellung eines Knickfußes führen. Die größte Fehlstellung ist jedoch der Hallux Valgus. Das Phänomen wird auch Hammerzeh genannt, bei dem der großes Zeh nach außen drängt und dadurch eine Schiefstellung des Ballens bewirkt. Diese Fehlstellung ist schmerzhaft und an einer Beule deutlich zu erkennen. Sie kann nur mit einer Operation beseitigt werden. Die Reiterzehe ist eine Fehlstellung einer Zehe, die über eine andere liegt. Der Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs an der Ferse, der einige Schmerzen verursachen kann.

Was können therapeutische Übungen erreichen?

Nicht immer müssen es Schuheinlagen sein, sollten sich Fußfehlstellungen zeigen. Hat dein Kind einen Senkfuß? Dann können Physiotherapie, Fußgymnastik und einfaches Barfußgehen für deutliche Verbesserungen sorgen. Diese verbessern die Muskulatur, stärken sie und auch den Bewegungsapparat des Fußes. Eine Strecke auf Sand, Wald, Wiese oder sogar Kies kann dem Fuß mehr helfen als so manche Einlage. Zehenkreisen, auf Zehen wippen und andere Übungen stärken zudem auch die Durchblutung. Diese Übungen beugen Fehlstellungen nachweislich vor.

Erfolge und Schäden durch Fußeinlagen

Wird vom Fußexperte eine Einlage verordnet, hilft diese jedoch nur, wenn sie auch regelmäßig getragen wird. Bei Senk-, Hohl-, Platt- und Knickfüßen kann sie jedoch die Fehlstellung nicht verändern. Ihr Erfolg besteht darin, dass sie den Fuß stützt und somit die Folgeerscheinung einer Fußfehlstellung verhindert. Das gelinkt aber nur, wenn die Einlage im Sommer wie im Winter getragen wird.
Zum falschen Zeitpunkt eingesetzt, kann eine Fußeinlage aber auch eher schaden. Gerade im Anfangsstadium einer Fehlstellung wird das bereits geschwächte Muskelgewebe durch sie weiter geschwächt. Bei einem Plattfuß an Kinderfüßen beispielsweise kann die Einlage die Entwicklung zum Nachteil beeinflussen. Vor allem bei Kinder unter 10 Jahren sehen Mediziner den Einsatz von Schuheinlagen zunehmend kritisch an. Sie könnten eher Fehlstellung in der Entwicklung verstärken. Hier sind therapeutische Maßnahmen eher zu empfehlen.

Wann muss ein Kind eine Einlage bekommen?

Grundsätzlich werden Einlagen zu oft zu früh verwendet. Notwendig sind sie jedoch auf alle Fälle, wenn Schmerzen im Spiel sind. Dann sollte ein Facharzt aufgesucht werden. Eine Knick-Senkfuß-Kombination kann beispielsweise zu starken Schmerzen auf der Fußsohle beim Laufen und beim Stehen verursachen. Auch Hinweise, dass Sehnen und Gelenke bereits unter der Fehlstellung leiden und ebenfalls geschädigt werden, sollten zum Arzt führen. In solchen Fällen kann der Verzicht auf die Einlagen gesundheitsschädlich sein.
Wichtig ist auch, dass die Einlage in einem Fachgeschäft exakt angepasst ist. Denn nur dann kann sie den Fuß wirklich stützen und die Fehlstellung entlasten. Spätestens nach einem Jahr sollten jedoch neue Einlagen anfertigen. Kinder wachsen – auch deins und dessen Füße!

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